Bibliotheken

#VatersBuch – ein Projekt auf Twitter

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Kürzlich habe ich den Großteil der Bücher übernommen, die mein Vater (81) im Laufe seines Lebens gesammelt hat. Sein Wunsch an mich war es, diese Bücher in guten Händen zu wissen, bevor er stirbt. Er hatte berechtigte Angst, dass seine Sammlung ansonsten irgendwie zerstreut oder auf dem Müll landen würde.

Nun hat er das Glück, eine Tochter zu haben, die sowohl „vom Fach“ ist, als auch genügend Platz hat, um mehrere tausend Bücher aufzustellen. Wir mussten mit unserem VW-Bus zweimal zwischen Bonn und dem Westerwald pendeln, um diese Massen abzuholen.

Und dann dauerte es etwa eine Woche, bis alle Regale standen und alle Werke einzeln per Hand in alphabetischer Reihenfolge (bei der Belletristik) oder passendem Sinnzusammenhang (bei der Sachliteratur) gebracht waren. Gar nicht so einfach; Kollegen wissen was „schieben“ bedeutet.

Nun stehen sie da, schön geordnet, alt – da meistens antiquarisch auf Flohmärkten erworben – und mir größtenteils unbekannt. Natürlich sind auch Wiederentdeckungen dabei, vor allem bei den illustrierten Werken, die ich als Kind unendliche Male durchgeblättert habe. IMG_20170612_175921Besonders wichtig damals „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ von Gustav Fochler-Hauke und Helmut Bibow. Nichts religiöses, sondern eine ausführliche Evolutionsgeschichte vom Urknall bis zur Entwicklung des Menschen – von 1956. Wenn ich solche Bücher jetzt wieder in die Hand nehme, läuft mir im ersten Moment ein Schauer über den Rücken. Die ersten Berührungen mit Büchern aus meiner Kindheit werden lebendig.

Um nun auch die anderen Bücher und vor allem die Autoren und ihre Geschichten näher kennen zu lernen, habe ich mir ein besonderes Projekt ausgedacht. Ich werde fast täglich eine Autorin oder einen Autor herausnehmen und mit Bild (vom Buch) und mindestens einer informativen Seite aus dem Internet auf Twitter posten. Und zwar unter dem bisher noch nicht benutzten Hashtag #VatersBuch. Diese Seite drucke ich auch aus und lege sie dem ersten Buch bei. So erhoffe ich mir, nach und nach eine gut dokumentierte und fast wissenschaftliche Bibliothek des 20. Jahrhunderts mein Eigen zu nennen.

Vielleicht macht es Euch Spaß, mit mir gemeinsam in Vergessenheit geratene Schriftsteller wieder zu entdecken. Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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22 Kommentare zu “#VatersBuch – ein Projekt auf Twitter

  1. Ich bin hin- und hergerissen: lese ich nun die alten Bücher auch noch, oder die ganzen schönen Neuerscheinungen? Manchmal wird altes neu aufgelegt, zum Glück, siehe meinen neuen Artikel über Käsebier von heute.

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  2. Was für ein großartiges Projekt. Ich bin auch mal gespant, was meine Kinder mit meinen Büchern machen ( ein extra Haus bauen? ). Schade, dass es nur auf Twitter gepostet wird.
    Der Roman “ Effingers“ steht auch in meinem Regal, war mal eines meiner Lieblingsbücher ( habe ich damals mindestens dreimal gelesen).
    Viel Freude bei deinen Entdeckungen!

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  3. Pingback: Gabriele Tergit – Käsebier… | litblogkoeb

  4. Liebe Monerl,
    danke für Deine bewundernden Worte. Und schön, dass Du der Sache folgen willst. Für mich ist es jedesmal Goldgräberstimmung, wenn ich wieder einen unbekannten Autor aufstöbere. Bin gespannt, was noch zu Tage kommt.
    Auch Dir eine schöne Woche
    Erika

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  5. Hallo Erika,

    das ist ja mal so, so, so TOLL! Welch Freude für deinen Vater und dich, dass ihr die Liebe zur Literatur teilt und nun sein Vermächtnis so schön aufgehoben ist! Ich werde mir deinen Hashtag auf Twitter speichern, möchte unbedingt immer sehen, was du herausgesucht hast! Ich freue mich schon sehr darauf. Habe gerade nachgeschaut und gemerkt, dass ich dir dort noch gar nicht folge. Gleich mal nachgeholt…

    So eine Bibliothek ist wahrlich ein Traum! Danke, dass du das alles mit uns teilst.

    Liebe Grüße und eine schöne Woche,
    monerl

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  6. Danke für Deine Gedanken. Ich stehe natürlich schon davor und denke, soll das jetzt alles da stehen bleiben, oder ist da viel Schrott bei? Ich erarbeite es mir.

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  7. Gerade heute habe ich eine Übersetzung eines italienischen Autors (Ettore Cozzani) ins Deutsche von 1940 gefunden, über den es im Netz nichts in deutscher Sprache gibt. Wirklich spannend.

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  8. Spannendes Projekt, liebe Erika. Fast schon ein Grund, sich bei Twitter anzumelden (dem widerstehe ich nämlich noch). Dass du die Bibliothek unverändert übernimmst, finde ich großartig. Ich habe auch schon mal gedacht, was machen nur meine Kinder später mal mit meinen Büchermassen, darunter auch viele signierte, die zwar nichts wert sind, aber mir so teuer. Na gut, noch sind wir ja in den besten Jahren! Liebe Grüße!

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  9. Eine wunderschöne Idee.
    Und Karl-May-Fan war er auch?
    Viel Freude mit all‘ den Büchern.
    Mir war es nicht möglich, allle Bücher meiner Eltern und meienr Tante zu behalten. Bei mir ist #VatersBuch von Horst Stern „Der Mann aus Apulien“ – das Buch hatte er ständig am Wickel.

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  10. Ich hab ja ein wenig schon auf Twitter mitbekommen. Toll, was Du da machst … das ist einfach wunderbar. Ich kann Deinen Vater gut verstehen – worin ein halbes Leben hängt, das hat für viele oft gar keinen Wert, v.a. wenn es um Bücher geht. Er hat wirklich Glück mit dieser Tochter, die ein Herz für seine Bücher hat.

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  11. Schön, das zu lesen. Ich wusste zwar, dass diese Bibliothek in der Mache war, allerdings nicht, wie die Idee dazu entstanden ist bzw. wo die Bücher herkommen. Ich finde es richtig toll und auch super, dass du mit dem Hashtag #VatersBuch dokumentieren möchtest was alles in dieser Bibliothek zu finden ist! Viel Erfolg und ich werde weiterhin folgen!

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