Buchtipp/Krimi

„Im Wald“ von Nele Neuhaus

nelen

Sie hat es einfach drauf! Nele Neuhaus weiß, wie Spannung funktioniert. Auch im neuen Thriller „Im Wald“ schafft sie es, mich tagelang zu fesseln. Das Buch ist mit 560 Seiten ein ziemlicher Brocken und wird gerade die begeistern, die zügig lesen und Bücher verschlingen. Hier hält das Lesevergnügen einmal etwas länger an.

„Im Wald“ ist schon der achte Fall Oliver von Bodensteins. Scheinbar will die Autorin bald das Personal wechseln, denn Bodenstein muss nur noch diesen einen Fall bearbeiten, bevor er sich eine längere Auszeit gönnen darf. Er ist müde und etwas ausgebrannt – ob er wieder zurückkommt bleibt offen. Seine Kollegin Pia Sander ist eine geeignete Nachfolgerin für den Job. Aber auch ein anderer Kollege ist ein möglicher Kandidat für die Leitung des K11. Eine schwierige Situation für das Team.

Nur noch dieser Fall! Was anfangs nach simpler Brandstiftung aussieht, entpuppt sich als Mord. Und wie bei einem kleinen Glutnest, das zu einem riesigen Flächenbrand werden kann, zieht eine Tat die nächste nach sich. Ein ganzes Dorf gerät in Verdacht. Die Anfänge reichen mehr als 40 Jahre zurück und haben, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, auch ganz viel mit Oliver von Bodenstein selbst zu tun.

Neuhaus hat sich die Mühe gemacht, die Psychologie eines Dorfes herauszuarbeiten. Die Personen haben alle ihre eigenen Beweg- und Abgründe, die uns hier sehr plausibel vorgestellt werden. Jeder ist verdächtig, jeder verdächtigt jeden. Nach jedem weiteren Todesfall wächst die Angst. Wer ist der nächste?

Hat alles wirklich damit zu tun, dass vor fast einem halben Jahrhundert ein kleiner Junge und ein zahmer Fuchs verschwanden? Kommissar von Bodenstein entdeckt, dass er selbst mitten drin steckt, denn es handelt sich um seinen Fuchs Maxi und seinen kleinen Freund Artur. Und er gibt sich die Schuld für das, was auch immer mit Artur passiert sein mag, weil er in an diesem Abend nicht nach Hause begleitet hat. Vieles, was er über die Jahre erfolgreich verdrängt hat, kommt wieder hoch und lässt ihn als hauptverantwortlichen Ermittler untauglich werden. Pia Sander übernimmt die Leitung des Falls und kann schon mal zeigen, ob sie sich für die Übernahme der Abteilung eignet.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Neuhaus-Fans werden es sicher schon verschlungen haben, aber auch alle anderen, die Spannung und Nervenkitzel für lange, gemütliche Leseabende suchen, sind hier bestens bedient.

Im Wald : Kriminalroman / Nele Neuhaus. – Ullstein, 2016. – 560 S. – ISBN 9783550080555 22 €

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3 Kommentare zu “„Im Wald“ von Nele Neuhaus

  1. Ja, da sind zwar viele blutige Morde drin, aber „sanft“ umschrieben. Kein Vergleich mit Nesbo oder anderen nordischen Schockern. Und man muss kein einziges Buch der Reihe vorher gelesen haben. Liebe Grüße zurück
    Erika

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  2. Ich stand heute davor und habe mir überlegt, ob das ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater ist. Er liest gerne Krimis und Thriller, aber sie sollten nicht „zu blutig“ sein. Von deiner Rezension her meine ich, es könnte ihm gefallen – schafft man den Einstieg auch ohne die Bände der Reihe vorher zu kennen?
    Liebe Grüße, Birgit

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